Beitrag teilen
PLC-Lab 3D Studio 1.6 bietet nun Unterstützung für sechsachsige Industrieroboter
Die kommende Version 1.6 von PLC-Lab 3D Studio unterstützt benutzerdefinierte Sechsachs-Knickarmroboter. Anwender können industrielle Sechsachsroboter vorbereiten, importieren, konfigurieren und steuern.
Die neue Funktionalität richtet sich an Universitäten, Hochschulen, technische Schulen und Unternehmen, die Schulungen in SPS-Programmierung und industrieller Automatisierung anbieten.
Industrieroboter in Blender vorbereiten
Robotermodelle sind als CAD-Daten der Roboterhersteller verfügbar. Diese Modelle sind jedoch normalerweise nicht für Animationen oder Echtzeitsimulationen vorbereitet.
PLC-Lab 3D Studio 1.6 erweitert das Blender-Plug-in um neue Werkzeuge zur Vorbereitung von Sechsachs-Knickarmrobotern. Anwender können die einzelnen Robotergelenke in Blender festlegen und jedem Gelenk die richtige lokale Rotationsachse zuweisen. Das Plug-in kann außerdem den Drehpunkt eines Gelenks automatisch positionieren.

Dies ist wichtig, da viele importierte CAD-Komponenten den globalen Ursprung bei 0, 0, 0 als Drehpunkt verwenden. Für eine funktionierende Robotersimulation muss sich jedes Gelenk um sein tatsächliches mechanisches Zentrum drehen. Das manuelle Korrigieren dieser Drehpunkte kann zeitaufwendig sein, insbesondere bei komplexen CAD-Modellen.
Die neuen Blender-Werkzeuge vereinfachen diesen Vorgang und helfen Anwendern dabei, die korrekte kinematische Hierarchie zu erstellen:
- Roboterbasis
- Achse 1 bis Achse 6
- Werkzeug oder Greifer
- Tool Center Point
Jede Achse wird zum übergeordneten Objekt der nachfolgenden Achse in der kinematischen Kette. Wenn sich eine Achse dreht, bewegen sich alle nachfolgenden Roboterkomponenten mit.
Tool Center Point definieren
Anwender können in Blender einen Tool Center Point (TCP) hinzufügen und konfigurieren.
Der TCP stellt den Arbeitspunkt des Roboterwerkzeugs dar. Je nach Anwendung kann dies beispielsweise Folgendes sein:
- Der Greifpunkt eines Greifers
- Der Mittelpunkt eines Elektromagneten
- Die Spitze eines Schweißwerkzeugs
- Das Ende eines Sauggreifers
- Der Arbeitspunkt eines anderen Endeffektors
PLC-Lab 3D Studio bewegt den TCP zur angeforderten Zielposition und richtet ihn – sofern aktiviert – zusätzlich entsprechend der vorgegebenen Zielorientierung aus. Position und Orientierung des TCP können in Blender festgelegt werden.
Roboter-Zielpositionen in Blender definieren
Anwender können der Blender-Szene 3D-Objekte hinzufügen, um Roboter-Zielpositionen zu definieren. Position und Rotation jedes Objekts bestimmen die Zielposition und Zielorientierung, die der Roboter später anfahren kann. Jedes Zielobjekt muss einer vorgegebenen Namenskonvention entsprechen. Zum Beispiel:
- RobotPos1
- RobotPos2
- RobotPos3
Die Zahl im Objektnamen bestimmt die zugehörige Programmnummer. Das Zielobjekt RobotPos1 wird beispielsweise in PLC-Lab 3D Studio über die Programmnummer 1 ausgewählt.

Nach dem Import des Roboters in PLC-Lab 3D Studio kann das SPS-Programm über die Programmnummer eine Zielposition auswählen und die Bewegung mit einem booleschen Startsignal auslösen. Dadurch können Anwender den Roboter vorbereiten, Zielpositionen und Zielorientierungen definieren sowie Anordnung und Arbeitsbereich des Roboters überprüfen, bevor das Modell exportiert wird. Das SPS-Programm kann außerdem Versatzwerte (Offsets) in den globalen Richtungen X, Y und Z vorgeben. Dadurch lässt sich eine einzelne Referenzposition für mehrere ähnliche Positionen wiederverwenden. Diese Funktion kann beispielsweise zum Füllen mehrerer Fächer einer Kiste, eines Trays oder eines Lagerregals eingesetzt werden.
Schulungssysteme für konkrete Anwendungen erstellen
Die Unterstützung benutzerdefinierter Roboter erweitert die Möglichkeiten für Schulungssysteme, die mit PLC-Lab 3D Studio erstellt werden können, erheblich. Lehrkräfte und Schulungsanbieter können vollständige virtuelle Lernfabriken erstellen, die auf die Anlagen, Prozesse und Lernziele eines bestimmten Kurses abgestimmt sind.
Mögliche Anwendungen sind:
- Pick-and-Place-Systeme
- Handhabung an Förderanlagen
- Be- und Entladen von Maschinen
- Palettieren
- Sortiersysteme
- Montagestationen
- Lager- und Speichersysteme
- Produktionslinien mit mehreren Stationen
Bereits vorhandene physische Lernfabriken können als digitale Modelle nachgebildet werden. Ein Robotermodell, das bereits in einem Labor eingesetzt wird, lässt sich in Blender vorbereiten und in eine virtuelle Version der Anlage integrieren. Dadurch steht jedem Schüler, Studierenden oder Kursteilnehmer dieselbe Schulungsumgebung zur Verfügung, selbst wenn der Zugang zur realen Anlage eingeschränkt ist. Die Teilnehmer können SPS-Programme selbstständig entwickeln und testen, bevor sie diese an der realen Hardware in Betrieb nehmen.
SPS-gesteuerte Roboterbewegung
In PLC-Lab 3D Studio kann der Roboter über standardmäßige SPS-Signale und Operanden gesteuert werden.
Typische Signale sind:
- Freigabe
- Start
- Stopp
- Programmnummer
- Zielversatz X
- Zielversatz Y
- Zielversatz Z
- Bereit
- Roboter bewegt sich
- Ziel außerhalb des Arbeitsbereichs
Der Roboter kann einzelne Zielpositionen direkt anfahren oder einer vordefinierten Abfolge von Zielpositionen als Wegpunkte folgen. Für die Achsen können Grenzwerte konfiguriert werden, welche die mechanischen Rotationsgrenzen des importierten Roboters abbilden. Ein Signal zeigt an, wenn sich eine angeforderte Zielposition außerhalb des Arbeitsbereichs befindet und deshalb nicht erreicht werden kann. Dadurch lässt sich im SPS-Programm eine realistische Fehlerbehandlung umsetzen.

40-minütiges KUKA-Roboter-Tutorial jetzt verfügbar
Auf YouTube steht jetzt ein ausführliches, 40-minütiges Video-Tutorial zur Verfügung, das den vollständigen Arbeitsablauf anhand eines KUKA-Roboters zeigt: KUKA-Roboter-Tutorial ansehen.
Das Video behandelt folgende Schritte:
- Importieren des Robotermodells in Blender
- Vorbereiten der sechs Roboterachsen durch Definieren ihrer Rotationsachsen und Korrigieren ihrer Drehpunkte
- Einrichten der Hierarchie von der Roboterbasis bis zur letzten Achse
- Hinzufügen und Konfigurieren des TCP
- Erstellen und Positionieren der Roboter-Zielobjekte
- Exportieren des Modells aus Blender und Importieren in PLC-Lab 3D Studio
- Konfigurieren des Roboter-Skills und Zuweisen der SPS-Eingangs- und Ausgangssymbole
- Steuern des Roboters über ein SPS-Programm
Verfügbarkeit
PLC-Lab 3D Studio 1.6 wird Ende August 2026 veröffentlicht.
Kunden mit einem aktiven PLC-Lab-3D-Studio-Abonnement oder einer Dauerlizenz können ohne zusätzliche Kosten auf Version 1.6 aktualisieren.
Weitere Informationen und erste Schritte
Erfahren Sie mehr über PLC-Lab 3D Studio, fordern Sie eine Testversion an oder erwerben Sie die Software:
Sehen Sie sich das vollständige, 40-minütige KUKA-Roboter-Tutorial an:
PLC-Lab 3D Studio 1.6: Einen Sechsachsroboter vorbereiten und steuern



